Update 2: Reden über… Krippe oder „nur“ Mama?

Unter dieser Überschrift fand am gestrigen Mittwoch eine Diskussionsrunde im Turmtheater Regensburg statt.

Neben dem Ehepaar Grossmann, renommierte Bindungsforscher an der Universität Regensburg, diskutierten Margit Scheuerer (Leiterin BMW Strolche Regensburg e.V.), Herbert Graf (1. Vorsitzende der BMW Strolche), eine ehemalige Tagesmutter sowie eine Mutter unter der Moderation von Meike Fabian (ebenfalls zweifache Mutter und stellvertretende Leiterin der Akademie für Darstellende Kunst Regensburg) über die beste Betreuung für Kleinkinder bis zu drei Jahren.

Der erste Eindruck: Eine willkommene Gegenposition zum katastrophalen Vortrag von Christa Meves in Donaustauf vor gut 2 Wochen. Die Diskussionsteilnehmer waren Kinderkrippen gegenüber allesamt aufgeschlossen, wenn auch in der anschließenden Diskussion von Teilen des Publikums wieder der übliche “Kinder, Küche, Kirche”-Kanon angeschlagen wurde.

Kritik von allen Seiten gab es an der weiterhin mangelnden Unterstützung des Staates, obwohl doch ab August 2013 jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hat. Die Anzahl und die Bezahlung der Betreuer ist nach wie vor zu gering, zugleich sind die Kosten von Kinderkrippen für die Eltern zu hoch.

Da ist es kein Zufall, daß die bayerischen Piraten eine kostenlose Kinderbetreuung anstreben und dies auch auf dem letzten Parteitag in Unterhaching mit überwältigender Mehrheit so beschlossen haben.

Auch das Betreuungsgeld wird von einer Mehrheit der Eltern und der Piratenpartei abgelehnt.

Mit meinem üblichen Piratenhoodie habe ich am Anfang skeptische Blicke auf mich gezogen. Aber schon nach der ersten Wortmeldung gab es Applaus. Nicht nur Frauen werden benachteiligt, wenn sie Beruf und Familie nicht miteinander vereinbaren können. Das gilt auch für Männer. Und warum muss die primäre Bezugsperson immer die Mutter sein? Der Vater kann das auch!

Trotzdem war selbst bei den progressiveren Teilnehmern der Diskussionsrunde das klassische Familienbild noch sehr dominant und wurde nicht hinterfragt. Wir Piraten haben noch viel Arbeit vor uns!

UPDATE: Passend zur Veranstaltung gibt es auf der Seite der Süddeutschen einen Artikel, der recht schlüssig begründet, warum Kinderbetreuung auch und gerade für den Staat sinnvoll ist.

UPDATE2: Und so geht das in Schweden. Mein Sohn Tristan hat übrigens in Norwegen auch draußen geschlafen.

Zusammenfassend: Die Eltern brauchen Möglichkeiten, Wahloptionen, um die optimale Variante für sich und ihr Kind zu finden.


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